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Neurologische Erkrankungen

„Arzneimittel gegen Hirn- und Nervenkrankheiten gesucht“

Von Biogen GmbH · 2019

Prof. Dr. Andreas Schmitt

Rund eine Milliarde weltweit: So viele Menschen leiden unter einer Erkrankung der Nerven oder des Hirns. Der Bedarf an Medikamenten, mit denen Alzheimer, Multiple Sklerose oder zum Beispiel Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) behandelt beziehungsweise geheilt werden können, ist groß. Das Biotech-Unternehmen Biogen forscht aktuell an 26 Arzneimittelkandidaten mit dem Schwerpunkt neurologische Erkrankungen. Prof. Dr. Andreas Schmitt, medizinischer Direktor, berichtet im Interview über die Bedeutung der Forschung.

Biogen hat sich Hirn- und Nervenkrankheiten verschrieben. Warum?

Als Neurologe weiß ich, was es bedeutete, wenn ein Arzt vor rund 20 Jahren die Diagnose Multiple Sklerose überbringen musste. Die Patienten gingen häufig unweigerlich auf eine schwere Behinderung zu. Heute können viele Betroffene dank zahlreicher Therapieoptionen ein fast normales Leben führen. Biogen hat hier Pionierarbeit geleistet und die Behandlung dieser neurologischen Erkrankung entscheidend mitgestaltet: Über ein Drittel aller behandelten Patienten weltweit profitieren von einem unserer Medikamente. Diese Expertise wollen wir nutzen, um auch für Menschen mit anderen Hirn- und Nervenkrankheiten Therapien zu entwickeln. Dass das funktioniert, zeigt das Beispiel Spinale Muskelatrophie (SMA).

SMA ist die häufigste genetisch bedingte Todesursache bei Säuglingen, oder?

Es ist eine Krankheit mit verheerenden Folgen: Ein genetischer Defekt verhindert, dass schwerbetroffene Säuglinge je sitzen, laufen und schließlich nicht mehr atmen können. Doch seit es das erste SMA-Medikament gibt, ist nichts wie es vorher war. Neugeborene, die vor Einsetzen der Symptome behandelt werden, haben die Chance, sich fast normal zu entwickeln. Die Grundlagen dafür wurden vor rund 40 Jahren in unseren Laboren gelegt.

Woran forschen Sie aktuell?

An 26 Wirkstoffkandidaten mit Schwerpunkt auf Hirn- und Nervenkrankheiten. Manche von ihnen sind selten: etwa ALS, die zu fortschreitender Muskelschwäche führt. Betroffene werden nur in wenigen Fällen so alt wie Astrophysiker und ALS-Patient Stephen Hawking. Außerdem forschen wir an der progressiven supranukleären Blickparese, einer bislang unheilbaren neurologischen Erkrankung, die die Lebenserwartung deutlich verringert. Auch bei Multiple Sklerose bleiben wir dran: Sie ist zwar immer besser behandelbar, aber nicht bei allen Verlaufsformen. Nicht umsonst heißt sie die Krankheit der tausend Gesichter – was darauf hindeutet, wie herausfordernd die Entwicklung neuer Wirkansätze bis hin zur Heilung weiterhin ist. Biogen fokussiert sich zudem auf Alzheimer. Obwohl wir gerade ein Studienprogramm nach über zehn Jahren stoppen mussten, forschen wir weiter: mit aktuell vier Wirkstoffkandidaten. Denn wir wollen Krankheiten wie Alzheimer eines Tages behandeln oder heilen. Das Hirn ist schließlich bis heute das einzige Organ, das man nicht transplantieren kann. Also müssen wir besser werden, um es reparieren zu können.

Kontakt

Biogen GmbH
Carl-Zeiss-Ring 6
85737 Ismaning
E-Mail: germany.information@biogen.com
Web: www.biogen.de

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