Fortschritte in Therapieansätzen

Auch neurologische Folgen möglich

Von Sarah Schroth · 2022

Der Infekt ist vorbei, doch Beschwerden blieben. Anhaltende neurologische Symptome wie Gedächtnislücken und chronische Erschöpfung gehören zu den typischen Beschwerden nach einer COVID-19-Erkrankung, auch Long- oder Post-COVID genannt. Erste Therapieansätze versprechen Linderung.

Hände einer Ärztin oder eines Arztes deuten mit einem Stetoskop in der Hand auf das Display eines Laptops, das die grafische Darstellung eines Gehirns zeigt.
Noch weiß man nicht genau, was die exakte Ursachen für neurologische Spätfolgen sind. Foto: iStock / ipopba

Einerseits gilt Entwarnung, denn eine COVID-19-Infektion geht in der Regel und insbesondere bei jungen Menschen nicht mit Langzeitfolgen einher. Andererseits bestätigen Ausnahmen auch diese Regel. Aktuelle Studienergebnisse weisen darauf hin, dass über zehn Prozent aller Erkrankten auch Wochen bis Monate nach Abklingen der akuten Infektion eine Vielzahl von Einschränkungen erleben. Neben Atembeschwerden klagen Betroffene über anhaltende neurologische Symptome wie Müdigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, Schlafstörungen, Schmerzen und Muskelschwäche. Auch die Entwicklung psychischer Beschwerden wie depressive Verstimmungen oder Angstzustände sind bekannt. „Zusammenfassend betreffen neurologische Langzeitfolgen einen hohen Anteil der COVID-19-Patientinnen und -Patienten und wir müssen diese Menschen neurologisch nachbetreuen.
Bei vielen Betroffenen verbessern sich die neurologischen Symptome zwar im Laufe der Zeit, aber wir haben auch Patienten, die bereits in der ersten Welle der Pandemie im Frühjahr 2020 erkrankten und bis heute nicht beschwerdefrei sind“, erklärt Peter Berlit, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN).

Spätfolgen weiterhin unklar

Schwere, intensivpflichtige Krankheitsverläufe scheinen ein wesentlicher Risikofaktor für hartnäckige und langanhaltende neurologische Symptome zu sein. Aber auch hohes Alter und hoher Body-Mass-Index ebenso wie weibliches Geschlecht erhöhen die Wahrscheinlichkeit an Long-COVID zu erkranken. „Da es sich bei COVID-19 um eine neuartige Krankheit handelt, müssen wir die Ursachen der Symptome und Spätfolgen klären, um gezielt etwas gegen die neurologischen Beschwerden unternehmen zu können“, so Berlit. Hierzu wurde eine Arbeitsgruppe Neurologie im Nationalen Pandemie Kohorten Netz (NAPKON) etabliert.

Bewegt zurück in den Alltag durch Fortschritte in Therapieansätzen

Erfreulicherweise deuten klinische Erfahrungen darauf hin, dass ein multimodales Behandlungskonzept aus moderater und stufenweiser Steigerung der Bewegung (sogenanntes „Pacing“), Atemtraining und Psychotherapie zu einer Besserung führt. Erste Anlaufstellen sind, neben den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, die Rehabilitationszentren für Neurologie und Psychosomatik. Hier wird Betroffenen Schritt für Schritt eine Rückkehr ins Alltagsleben ermöglicht.

Quellen:
DGN: Die fünf häufigsten neurologischen Folgen von COVID-19

Ärzteblatt: Post-COVID-Syndrom auch nach mildem Krankheitsverlauf möglich

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