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Behandlungsmöglichkeiten

Neurologie und Telemedizin in Zeiten von Corona

Von Berufsverband Deutscher Neurologen e. V. · 2020

Porträt: Dr. Uwe Meier

Das Gehirn und das Nervensystem gehören zu den komplexesten Gebilden im Universum. Sie ermöglichen unter anderem Wahrnehmung, Bewegung, Sprache und vorausschauendes Handeln. Zudem ist das Gehirn auch Sitz unserer Identität. Die Behandlungsmöglichkeiten haben in der Neurologie in den letzten Jahrzehnten dramatisch zugenommen. Dr. Uwe Meier vom Berufsverband Deutscher Neurologen e. V. berichtet.

Die Diagnostik von Hirnerkrankungen ist zum einen verbunden mit einer oft aufwändigen, hochmodernen Technik; zum anderen braucht es aber auch zeitintensive diagnostische und therapeutische Gespräche. Mit anderen Worten: Die Behandlung von Patienten mit neurologischen Erkrankungen ist sehr zuwendungsintensiv. Eine wichtige Aufgabe besteht unter anderem darin, auch die Behandlungsformen diesen Herausforderungen anzupassen.

Selbstverständlich ist hier gerade bei der Erstdiagnostik, zum Teil aber auch im Verlauf, ein sogenannter persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt erforderlich. In vielen Fällen kann dies ergänzt werden durch telemedizinische Verfahren. Hierzu wurden in den letzten Jahren interessante Systeme entwickelt, wie zum Beispiel das ZNS-Konsil, das einen systematischen und schnellen Austausch zwischen Hausarzt und Facharzt in definierten Versorgungssituationen ermöglicht. Geplant ist auch eine Ausweitung auf die Konsultation zwischen dem „Hausneurologen“ und Spezialisten.

Individuell anpassbar

In Zeiten der Corona-Pandemie haben sich aber auch ganz einfache telemedizinische Techniken zum Nutzen der Patienten äußerst bewährt. Vermeidbare persönliche Kontakte und damit die Gefahr von Infektionen konnten so soweit wie möglich verringert werden. So bietet beispielsweise die Videosprechstunde die Möglichkeit, bereits bekannte Patienten zu sehen, um über akute Probleme und Behandlungsverläufe zu sprechen sowie die Therapie anzupassen. Gerade viele ältere Patienten oder Patienten mit schweren Hirnschädigungen sind allerdings mit der Bedienung von Smartphones oder mit dem Internet überfordert. Hier hat sich herausgestellt, dass der telefonische Kontakt eine gleichwertige Alternative darstellt. Bei bekannten Patienten ist die Bildinformation oft überschätzt. Das gute alte Telefon ist damit eine hervorragende „telemedizinische“ Möglichkeit, die Versorgung bekannter Patienten aufrechtzuhalten – ohne, dass diese in die meist überfüllten Praxen kommen müssen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Krankenkassen haben diese sehr nützliche Versorgungsmöglichkeit auf die Monate März bis Juni 2020 begrenzt, Patienten und Ärzte stehen damit vor kaum lösbaren Aufgabe, die Behandlung der medizinischen Notwendigkeit entsprechend bei gleichzeitigem Schutz der Patienten und Mitarbeiter zu wahren.

Kontakt

Berufsverband Deutscher Neurologen e. V.
Am Zollhof 2a
47829 Krefeld
E-Mail: bdn-neurologen@t-online.de

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