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Normaldruckhydrocephalus

Gangstörung – Inkontinenz – Demenz

Von Prof. Uwe Kehler · 2021

Prof. Uwe Kehler, President Elect of the International Hydrocephalus Society, Chefarzt der Neurochirurgie, Asklepios Klinik Altona, Hamburg

Der Normaldruckhydrocephalus - umgangssprachlich auch (nicht ganz richtig) Altershirndruck genannt - ist eine typische und häufige Alterskrankheit. Bis zu 5% der über 65-Jährigen sind davon betroffen – das sind etwa 1 Million Erkrankte in Deutschland, aber die wenigsten wissen es. Und dies ist für die Betroffenen bitter, denn die Krankheit schreitet unbehandelt weiter fort und führt zu Pflegebedürftigkeit und Bettlägerigkeit. Dabei gibt es eine segensreiche Therapie – die künstliche Ableitung des Hirnwassers in die Bauchhöhle, den sogenannten „Shunt“.

Hydrocephalus heißt Wasserkopf. Im Gegensatz zum kindlichen Hydrocephalus geht der Normaldruckhydrocephalus nicht mit einem erhöhten Hirndruck einher, sondern wird durch degenerative Prozesse verursacht. Diese gefäßvermittelten Prozesse werden u.a. durch hohen Blutdruck, Diabetes und Nikotinabusus beschleunigt. Patienten bemerken zunächst eine schleichend zunehmende Gangunsicherheit, eine Dranginkontinenz und Gedächtnisstörungen. Anfangs wird dies gerne auf das Alter geschoben, die Symptome schreiten aber wesentlich schneller fort als der normale Alterungsprozess.  Das frühe Erkennen ist schwierig, da auch diagnostische Tests anfangs nur grenzwertig pathologisch ausfallen. Hier sind die Experten (Neurologen, Geriater und Neurochirurgen aber auch Hausärzte), die sich besonders darauf spezialisiert haben, gefragt.

Typische Kernspintomographie eines Normaldruckhydrocephalus.

Besteht der Verdacht auf einen Normaldruckhydrocephalus, sollte unbedingt eine Bildgebung des Gehirns (CT oder MRT) durchgeführt werden. Ist das Hirnkammersystem erweitert, ist eine weitere Diagnostik anzuschließen, die häufig mit einem Hirnwasserablasstest mittels Lumbalpunktion durchgeführt wird. (Das Nervenwasser im Wirbelkanal kommuniziert mit dem Hirnwassersystem.) Kommt es zu einer vorübergehenden Besserung der Symptome, ist der Normaldruckhydrocephalus bewiesen. Da diese Besserung aber manchmal nur wenige Stunden anhält und mit den wenig sensiblen Tests nicht erkannt wird, wird diese häufig übersehen und fälschlicherweise die Diagnose nicht gestellt. Deshalb sollte diese Diagnostik von spezialisierten Zentren durchgeführt werden, um am Ende den Patienten die notwendige Therapie nicht vorzuenthalten.

Röntgenbild eines Schädels mit einem MIETHKE Hydrocephalusshunt der Firma B.Braun Deutschland GmbH & Co. KG.

Die Behandlung wird mit einem hirnwasserableitenden „Shunt“ durchgeführt, bei dem über ein Schlauch-Ventilsystem das Hirnwasser aus Hirnkammersystem in die Bauchhöhle abgeleitet wird. Diese Behandlung ist für die Patienten segensreich und führt in den meisten Fällen zu einer über Jahre anhaltenden Besserung und bewahrt vor verfrühter Abhängigkeit und Pflegebedürftigkeit. Die neuen Technologien mit von außen verstellbaren und gravitationsunterstützten Ventilen haben zusätzlich zu einer erheblichen Verbesserung geführt, die die Behandlung heute zu einer komplikationsarmen, sicheren und segensreichen Therapie machen.

Kontakt

Asklepios Klinik Altona, Abteilung für Neurochirurgie
Paul Ehrlich Str. 1
22763 Hamburg
E-Mail: u.kehler@asklepios.com
Web: http://www.nph-info.de

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